Westerholt (Adelsgeschlecht) – Enzyklopädie

Stammwappen derer von Westerholt

Westerholt ist der Name eines westfälischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Westerholt gehörten zum Uradel im Vest Recklinghausen.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht im Jahre 1225 mit dem Ritter Henricus de Westerholte.[1] Der Namen gebende Stammsitz der Familie, die Burg Westerholt, liegt im heutigen Ortsteil Westerholt der Stadt Herten im Kreis Recklinghausen.

Ausbreitung und Linien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschlecht hat sich schon früh in mehreren großen Linien ausgebreitet und auch im Münsterland und in den Niederlanden großen und reichen Besitz erworben. Bernhard von Westerholt starb 1540 als Abt des Klosters Iburg bei Osnabrück. Heinrich von Westerholt erwarb durch Heirat 1565 mit Agnes von Raesfeld die Herrschaft Raesfeld.

Zu der Hinzufügung Gysenberg zu dem Adelsgeschlechtsnamen von Westerholt kam es durch eine kaiserliche Verfügung vom 27. März 1744. In seinem Testament vom 30. März 1725 hatte der Geistliche Domherr zu Hildesheim Adolph Arnold Freiherr von Gysenberg sein Gut Henrichenburg dem Joseph Clemens August Maria Freiherr von Westerholt unter der Bedingung zugedacht, dass dieser und seine Erbnachfolger den Namen Gysenberg ihrem Namen Westerholt hinzufügen. So entstand der Geschlechtsname von Westerholt-Gysenberg.

Die Erbtochter der Linie Westerholt-Alst heiratete um 1770 Ludolf Friedrich Adolf von Boenen, aus einem schon 1152 erwähnten mittelwestfälischen Adelsgeschlechts, das unter dem Namen von Boenen 1816 im Mannesstamm erlosch. Denn Ludolf Friedrich Adolf von Boenen wurde unter Beseitigung seines eigenen Namens mit dem Namen seiner Frau von Westerholt und Gysenberg, 1779 in den Reichsfreiherrenstand und 1790 in den Reichsgrafenstand erhoben. Unter diesem Namen bestand später eine rheinische und eine westfälische Linie.

Der letzte in männlicher Linie „echte“ Westerholt war Dr. jur. Adriaan Jan Alexander baron vau Westerholt (Addy), geboren in Warnsveld am 3. Oktober 1894, gestorben in Lochem am 17. Dezember 1972 (Niederlande).

Standeserhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Stamm und der Linie Hackfort wurde Heinrich von Westerholt am 18. Januar 1650 zu Wien in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Ein Diplom wurde nicht ausgelöst. Borchard Frederik Willem von Westerholt erhielt am 27. Januar 1813 das kaiserlich-französische Baronat. Eine niederländische Anerkennung des Baronstitels für sich und seine Geschwister erfolgte am 19. Februar 1820.

Johann Jacob Freiherr von Westerholt aus dem Stamm Westerholt, kurfürstlich-kölnischer und Trierer Kammerherr und fürstlich-thurn und taxischer Geheimrat und Oberhofmarschall, wurde am 22. September 1790 zu München von Kurfürst Karl Theodor von Pfalzbayern als Reichsvikar in den Reichsgrafenstand erhoben.

Im Königreich Bayern wurde am 6. September 1813 Alexander Graf von und zu Westerholt, fürstlich-thurn und taxischer Geheimrat in Regensburg und Sohn von Johann Jacob Graf von Westerholt, bei der Grafenklasse der Adelsmatrikel eingetragen.

Das Stammwappen ist gespalten. Rechts in Schwarz mit einem silbernen und links in Silber mit einem schwarzen Balken. Auf dem Helm steht ein wachsender silberner Schwan, bei dem die ausgebreiteten Flügel wie der Schild bezeichnet sind. Die Helmdecke ist schwarz-silbern.[2]

Historische Wappenbilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahnentafel derer „von Westerholt“. Der Besitzer der Herrschaft ist grün unterlegt.
  • Wessel von Westerholt (ca. 1300– nach 1378), Burggraf von Westerholt. Er übergab sein freies Eigentum, die Burg, der Kölner Kirche als Offenhaus und erhielt sie als Lehen zurück. Er gehörte der Familie an, die den nachfolgend genannten Reyner zum Stammvater hat. Das genaue Verwandtschaftsverhältnis ist aber nicht bekannt.
Sohn:

  • Wessel von Westerholt (ca. 1340–1388), erbte die Burg, Hauptmann, tödlich verletzt in der Dortmunder Fehde.
Sohn:

  • Johann von Westerholt (ca. 1383–1445), wird 1395 mit Westerholt belehnt, blieb kinderlos
  • Reyner (Renerus) von Westerholt (ca. 1260–nach 1307), Richter und Magistrat in Recklinghausen. Ein Magistrat war vergleichbar mit dem Bürgermeisteramt des noch nicht voll selbständigen Recklinghausen. Die kurkölnischen Richter führten den Vorsitz.

Sohn:

  • Borchard von Westerholt (ca. 1296–1375), Erbvogt der neunthalb Reichshöfe im Vest Recklinghausen

Söhne:

  • 1. Hendrikus von Westerholt (wohl 1342–1411), einer der Gründungsmagister der Universität Köln und deren 9. Rektor (25. März bis 28. Juli 1391)
  • 2. Alf (Adolph) von Westerholt (ca. 1349–1421), zusammen mit seinem Bruder Reyner mit den vestischen Reichshöfen belehnt, 1399 zusammen mit oben genannten Johann († 1445) mit der Burg Westerholt belehnt.
Sohn:

  • Aleff von Westerholt (ca. 1380–1446), wohnte zusammen mit Borchard († 1454) auf Burg Westerholt und veräußerte nach und nach seinen Besitz an diesen.
  • 3. Reyner von Westerholt (ca. 1346–1416), Erbvogt und Richter zu Recklinghausen, nutzte seinen Einfluss um den Grundbesitz zu mehren und brachte zusammen mit seinem Bruder Alf den Besitz der Burg an sich.

Dieser Generation gehört auch der folgende Heinrich Grymhardt an, dessen genaue Abkunft nicht bekannt ist. Relativ gesichert ist aber, dass er der in Recklinghausen ansässigen Familie zugehört:

  • Heinrich Grymhart de Westerholt (de Recklinghausen), (ca. 1350– 12. August 1419 in Köln), 5. Rektor der Universität Köln (1390), Gesandter des Kurfürsten und Erzbischofs von Köln, 1409 Gesandter beim Konzil in Pisa

Sohn von Reyner († 1416):

  • Borchard von Westerholt (ca. 1370–1454), 1417 formal durch den Erzbischof von Köln mit der Burg Westerholt belehnt. 1421 Teilung des Hauses mit seinem Vetter Aleff († 1446) (s.d.).

Söhne:

  • 1. Reyner von Westerholt (ca. 1400–ca. 1479), wurde noch zu Lebzeiten seiner 2. Ehefrau Priester und verzichtete auf die Rechte seiner Erstgeburt. Er ist Stammvater der „Neuen bürgerlichen Recklinghäuser Linie“ von Westerholt, die über Generationen den Bürgermeisterposten besetzten.
  • 2. Bernd (Bernhard) von Westerholt (ca. 1415–1494), Herr zu Westerholt und Erbvogt und damit Stammvater der nachfolgenden adeligen Linien. Erwarb das Gut Uhlenbrock.

Söhne:

  • 1. Bernhard von Westerholt († 1540), Abt des Klosters Iburg bei Osnabrück
  • 2. Hermann von Westerholt (ca. 1448–1508), Erbvogt, belehnt mit Schloss Sickenbeck und 1495 mit Burg Westerholt. Seine Frau brachte die Güter Dinkelborg und Koppel in die Ehe mit ein.

Söhne:

  • 1. Borchhard von Westerholt (ca. 1483–1540 in Dordrecht / Holland), Herr zu Dinkelborg und Besitzer des Gutes Koppel, durch Heirat Herr zu Entinge in Dwingeloo (Provinz Drenthe/Niederlande). Statthalter von Ostfriesland. Drost von Vollenhove. Besitzer von Haus Westerholt in Vollenhove.
Söhne:

  • 1. Hermann von Westerholt (ca. 1514–1592), erbte Koppel, Drost von Vollenhove und zu Dephenehm. Hinterließ zwei Töchter.
  • 2. Konrad von Westerholt (ca. 1522–1605), Domschalaster des Bistums Münster, Statthalter der Regierung des Stifts Münster von 1578 bis 1585

Schloss Hackfort im Achterhoek, Gelderland (1601–1981 im Besitz der Barone van Westerholt van Hackfort)
  • 3. Heinrich von Westerholt (ca. 1518–1570 Vorden), Schulte zu Zutphen, Statthalter und Richter des Fürstbischofs von Münster in Friesland. Erbte Haus Entinge. Seine Frau Agnes von Schulenburg und Hackfort (Enkelin des Gosen von Raesfeldt zu Hackfort und Empte) wird Erbin von Hackfort (bis 1981 im Besitz der niederländischen Barone van Westerholt) und sie erwerben zusammen Empte (letzteres blieb von 1633 bis Mitte des 18. Jahrhunderts im Besitz der Familie, dann im Erbgang an v. Merveldt)
Sohn:

  • Borchard von Westerholt (ca. 1566–1631), erbte Hackfort und Entinge, und General-Statthalter.
Söhne:

  • 1. Henrich von Westerholt zu Hackfort (ca. 1591–1658), erhält den Hackfortschen Besitz und gründete die Westerholt-Hackfort-Linie, welche bis 1981 fort bestand und damit zu der Linie wurde, in der sich die männliche Abstammung „von Westerholt“ am längsten hielt. Die Familie verlor 1917, durch den Erwerb von russischen Eisenbahnaktien, ihr Vermögen, was die Hauptursache für das gewollte Aussterben des Familienzweiges darstellte.

Burgmannshof in Haselünne (17. Jh. bis 19. Jhd. im Besitz der Familie)
  • 2. Bernhard von Westerholt zu Hackfort (ca. 1595 – 18. November 1638 bei der Belagerung von Vechta), Kaiserlicher Generalfeldwachtmeister, erbte Haus und Gut Entinge in der Provinz Drenthe, erwarb 1630 die Burg und die Herrlichkeit Lembeck von Nikolaus von Westerholt († 1662) (s. u.), Mai 1633 Erhebung zum erblichen Reichsgraf durch Kaiser Ferdinand II., heiratete die Cousine 2. Grades Sophia von Westerholt (s.d.), welche die Güter Haus Alst und Haselünne in die Ehe mit einbrachte. (Haus Alst war von 1569 bis 1832 und ist erneut seit 1935 im Besitz der Familie.)
Söhne:

Sohn:
  • Dietrich Conrad von Westerholt (1658–1702), wurde 1700 zum Grafen erhoben. Er ließ in der Zeit von 1670 bis 1692 Schloss Lembeck zu einem der größten Wasserschlösser des Münsterlandes aus- und umbauen. Als er 1702 ohne männliche Nachkommen verstarb, brachte seine Erbtochter Maria Josepha Anna das Schloss 1708 durch Heirat mit dem Wolbecker Drosten Ferdinand Dietrich Freiherr von Merveldt zu Westerwinkel an diese Adelsfamilie, die 1726 in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. In ihrem Besitz befindet sich Lembeck noch heute.
  • 3. Hermann Otto von Westerholt (1626–1708) ⚭ Anna Elisabeth Freiin von Westerholt, Tochter des unten genannten Nikolaus († 1662). Er gelangte durch die Heirat zur Herrschaft Westerholt. Reiteroberst in Diensten des Fürstbistums Münster.
Sohn:

Söhne:

Schloss Sythen (1821 bis 1965 im Besitz der Familie, der Forst bis heute)
  • 2. Ferdinand Otto Freiherr von und zu Westerholt (1683–1741) ⚭ Maria Agnes Freiin von Ketteler zu Sythen (eine Blutsverwandte 3. Grades, denn ihre Großmutter war Anna Sophia Elisabeth von Westerholt zu Lembeck eine Schwester von Hermann Otto († 1708)), Herr auf Westerholt, Alst, Haselünne und Schönebeck. Er wurde durch Clemens August I. von Bayern zum Kurkölnischer Kämmerer und Geheimer Rat ernannt, 1726 Gründer des Westerholt-Gysenbergschen Fideikommisses, welches zusammen mit seinem Bruder Johannes ausgearbeitet wurde und wobei bestimmt wurde, dass im Falle einer Weitergabe der Güter in weiblicher Linie der Mann den Namen Westerholt annehmen müsse. Die Ahnenreihe wird bei Westerholt-Gysenberg mit dem Sohn Joseph Clemens August Maria Freiherr von und zu Westerholt-Gysenberg († 1767) fortgesetzt.
Weiterer Sohn von Borchard († 1540):

Sohn:
    • Engelbert Georg (ca. 1570–1606), Herr zu Alst und Lake; seine Tochter Sophia von Westerholt wird Erbtochter, sie heiratet den Vetter 2. Grades Bernhard von Westerholt (s. o.) auf Hackfort († 1638) und erbt Alst und Haselünne.

Weiterer Sohn von Hermann († 1508):

  • 2. Bernt (Bernhard) von Westerholt (1480–1554), Erbe der Westerholtischen Güter, seine Frau Berta von Lembeck brachte die Lembeckschen Güter in die Familie mit ein.

Söhne:

  • 1. Bernhard von Westerholt (ca. 1520–1596), Herr zu Lembeck
Söhne:

  • 1. Mathias von Westerholt (1556–1618), erbte Lembeck, sein Sohn Bernhard (ca. 1590–1646) verkaufte das verschuldete Gut an den nachgenannten Johann von Westerholt.
  • 2. Johann von Westerholt (ca. 1563–1628), Domherr und Kanzler des Bischofs von Münster, heiratete die Witwe von Berndt von Westerholt († 1592) und wurde damit zum Vormund von Hermann Hektor von Westerholt († 1627) (s.d.). Erwarb die Herrschaft Lembeck von seinem verschuldeten Neffen.
Söhne:

  • 1. Nikolaus von Westerholt (ca. 1601–1662), verkaufte 1630 Herrschaft Lembeck an Bernhard von Westerholt zu Hackfort († 1638) (s. d.) und erwarb 1643 die Herrschaft Westerholt von Nikolaus Vinzenz von Westerholt († 1667) (s.d.), seine einzige Tochter Anna Elisabeth heiratete den Vetter 4. Grades Oberst Hermann Otto von Westerholt († 1708) (s.d.)
  • 2. Hermann von Westerholt (ca. 1602– nach 1650), Kaiserlicher Rittmeister, Drost von Bocholt
Sohn:

  • Franz Wilhelm von Westerholt (1650–1674), Offizier in niederländischen Diensten
  • 2. Hermann von Westerholt (ca. 1516–1567), Oberst, belehnt mit der Burg Westerholt und den anderen Stammlehen.
Söhne:

  • 1. Berndt von Westerholt (ca. 1554–1592 im Rhein ertrunken), 1575–1581 Domherr zu Münster, dann Herr auf Westerholt
Sohn:

  • Hermann Hektor von Westerholt (ca. 1586–1627), Herr zu Westerholt, blieb wegen seiner Jugend und später wegen Leibes- und Geistesschwachheit lange unter Vormundschaft, u. a. vom Stiefvater Johann von Westerholt († 1628) (s.d.). Seine Ehe blieb kinderlos.
  • 2. Johann von Westerholt auf Uhlenbrock (ca. 1555–1610), 1581–1595 Domherr zu Münster, wurde 1588 in eine blutige Auseinandersetzung verwickelt, weshalb er 1595 auf seine Pfründe verzichten musste, daraufhin residierte er im Haus Uhlenbrock bei Buer, welches dann 1613, um die Westerholtischen Schulden zu drücken, eingelöst wurde.
Sohn:

  • Bernhard von Westerholt (ca. 1600–1639), durch Heirat Herr zu Wilbring, erbte den Westerholter Besitz nach dem Tod von Vetter Hermann Hektor
Sohn:

  • Nikolaus Vinzenz von Westerholt (ca. 1625–1667), seine Vormünder verkauften das überschuldete Gut Westerholt an Nikolaus von Westerholt († 1662) (s.d.). Auseinandersetzungen, die er, als er mündig wurde führte, verlor er.
Sohn:

  • Franz Ludwig von Westerholt (1661–1708), verzichtete endgültig auf seine Ansprüche
Sohn:

  • Johann Karl Albert von Westerholt (1695–1739), durch seine Mutter Besitzer des Gutes Vilckrath im Herzogtum Berg, durch Heirat Postmeister in Koblenz.
Sohn:

  • Johann Jakob von Westerholt (1727 Koblenz–1814), Erbte die Postmeisterstelle, ab 1755 im Dienste von Thurn und Taxis in Regensburg, wo er zum Oberhofmarschall aufstieg und schließlich zum Hofökonomiepräsidenten ernannt wird. Außerdem war er kurtrierischer und kurkölnischer Kämmerer.
Sohn:

  • Alexander Ferdinand von Westerholt (1763–1827 Regensburg) ⚭ Winfriede Gräfin von Jenison-Walworth (1767–1825), Staatsmann und Gelehrter, dirigierender geheimer Rath im Dienste von Thurn und Taxis. Litt trotz überdurchschnittlichen Gehaltes immer an Geldmangel. Ausführlich beschrieben in dem unten genannten Buch: „Wir sind nur unnütze Knechte“.
Sohn:

  • Karl Theodor von Westerholt (1795–1863), Karl Schlund wurde sein Hauslehrer. Hofkavalier bei Thurn und Taxis und bayrischer Kammerherr. Er konnte aber an die Leistungen seines Vaters nicht heranreichen. Zog sich, nach einer einträglichen zweiten Heirat mit einer ungarischen Frau, nach Giebelbach bei Lindau am Bodensee zurück. Im Laufe der Vorkommnisse um 1848 verschuldete er sich abermals.
Sohn:

Westerholt-Gysenberg (des Stammes v. Boenen zu Berge)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Clemens August Maria Freiherr von und zu Westerholt-Gysenberg, (1720–1767) ⚭ Wilhelmine Franziska von der Reck zur Horst, Kurkölnischer Geheimer Rat, seit 1744 erster Träger des vereinigten Wappen Westerholt-Gysenberg. Gysenberg und Henrichenburg wurden in das Fideikommiß aufgenommen, da sein Großonkel mütterlicherseits, der Domherr von Hildesheim, Adolph Arnold Robert Freiherr von Gysenberg, keine eigenen Nachkommen hatte.

Tochter (einziges Kind):

Schloss Berge (1521 bis 1925 im Besitz der Familien v. Boenen und v. Westerholt)
Töchter
Wilhelmine von und zu Westerholt-Gysenberg (1774–1852), war die Geliebte Beethovens; ⚭ 24. April 1792 Baron Friedrich Clemens von Elverfeldt genannt Beverförde-Werries
Maria Anna von und zu Westerholt-Gysenberg (1802–1852) ⚭ 1822 Graf Karl Theodor Polykarp August von Leiningen-Dagsburg (1794–1869)
Söhne:

Kinder:

  • 1. Karl Theodor Graf von und zu Westerholt-Gysenberg (1799–1850), war als Erbfolger vorgesehen, verstarb aber vor seinem Vater, kurz nachdem er einen Rechtsstreit gegen ihn verloren hatte.
  • 2. Eine uneheliche Tochter mit der Hausangestellten Dina Becker: Bernhardine Elisabeth (Bertha) (1821–vor 1890), die seit 1847 offiziell den Namen Westerholt (ohne von) trug aber nicht öffentlich nutzte ⚭ Witwer Hauptmann Giebel († 1898), Telegraphen-Inspektor, die gemeinsame Tochter Selma Giebel (1850–1892) heiratete in einer unglücklichen Ehe den Schauspieler Siegwart Friedmann
Sohn:

  • Karl Theodor Eugen von Westerholt-Arenfels (1841 Amsterdam–1898) ⚭ Ferdinanda Freiin von Fürstenberg (1858–1941), Ordonnanz-Offizier beim General von Goeben
Sohn:

  • Fritz Graf von Westerholt-Arenfels (1877 Ahrenfels –1951) – Autor des unten genannten 1939 erschienenen Buches über Max Friedrich Graf Westerholt-Gysenberg († 1854). Das Arenfelser Schloss ging, nach Abfindung zahlreicher anderer Erben, in den Besitz seiner ältesten Tochter Wilhelmine (1920–1987) über, welche mit Theodor Cuno Freiherr Geyr von Schweppenburg (* 1918) verheiratet war. Der heutige Besitzer ist, obwohl sein Vater noch lebt, dessen Sohn Antonius von Geyr zu Schweppenburg (* 1948).

Wilhelm Ludwig Josef Graf von und zu Westerholt-Gysenberg (1784–1852)
Sohn:

  • Friedrich Otto Reichsgraf von und zu Westerholt und Gysenberg (1814–1904) ⚭ Sofie Freiin von Fürstenberg-Herdringen (1823–1894), Fiedeikommissar auf Westerholt, Herr zu Sythen
Sohn:

Egon Reichsgraf von und zu Westerholt und Gysenberg (1910–2002)
Sohn:

  • Egon von und zu Westerholt und Gysenberg (1880–1914), im Ersten Weltkrieg gefallen.
Sohn:

  • Egon Reichsgraf von und zu Westerholt und Gysenberg (1910–2002), erbte von seinem Großvater die Westerholtischen Güter, verkaufte 1965 Schloss Sythen, ließ das Schloss Westerholt zu einem Hotel umgestalten, schrieb zwei Bücher über sein Leben s. u.
Kinder:

  • 1. Friedrich Otto von und zu Westerholt und Gysenberg (1938–2010)
  • 2. Charlotte von und zu Westerholt und Gysenberg (* 1940) ⚭ Otto Sandvoss
Sohn:

  • Carl Otto (Carlo) Graf von und zu Westerholt und Gysenberg (* 1974); wurde von seinem Großvater Egon adoptiert und Erbe der Westerholtischen Güter.
  • Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Leipzig 1870. Band 9, Seite 550–552.
  • Otto Hupp: Münchener Kalender 1929. Verlagsanstalt München/Regensburg 1929.
  • Fritz Graf Westerholt-Ahrenfels: Max Friedrich Graf Westerholt – Seine Familie und seine Zeit. Gutenberg-Druckerei, Köln 1939 – Dieses Buch gibt einen guten Einblick in die Familiengeschehnisse der damaligen Zeit.
  • Herjo Frin: Von Westerholt, ein Adelsgeschlecht der Vestischen Ritterschaft. Genealogische Aufstellung der ersten zwanzig Generationen. In: Vestische Zeitschrift. Bd. 82/83, ISSN 0344-1482, S. 243–326. – Die Abstammungslinien werden bis in die Gegenwart zum Zeitpunkt des Druckes aufgeführt. Weiterhin gibt es ausführlichere Nachrichten vor allem zu den älteren Westerholts.
  • Egon Westerholt: Das vielseitige Leben des Grafen Westerholt. Verlag Rudolf Winkelmann, Recklinghausen 1999, ISBN 3-921052-71-8 und ebendort: Ich erinnere mich., 2000, ISBN 3-921052-78-5 – Der Autor erzählt Anekdoten aus seinem eigenen Leben.
  • Wolfgang Viehweger: Die Grafen von Westerholt-Gysenberg. Verlag Rudolf Winkelmann, Recklinghausen 2002, ISBN 3-921052-91-2 – Dieses Buch konzentriert sich auch auf die Geschichten und Verhältnisse der mit der Familie Westerholt assoziierten Namen, wie Gysenberg, Berge, Lembeck und Henrichenburg, d. h. Namen die im engeren Zusammenhang mit dem Besitz der Westerholt-Gysenbergs stehen.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XVI, Band 137 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2005, ISSN 0435-2408
  • Thomas Barth: Wir sind nur unnütze Knechte. Regensburger Studien und Quellen zur Kulturgeschichte Band 17. Universitätsverlag Regensburg GmbH, Regensburg 2008, ISBN 978-3-930480-51-7 – Im Mittelpunkt des Buches steht Alexander Graf von Westerholt (1763–1827) und seine Familie. Auch zu den jüngsten Begebenheiten des Westerholt-Hackfort-Zweig werden Informationen genannt. Zudem findet man zahlreiche Porträts des Regensburger Familienzweiges.
  1. Westfälisches Urkundenbuch 7, Münster 1908, Nr. 270a
  2. Vgl. mit dem Wappen der Grafen von Merveldt in Max von Spießens Wappenbuch des Westfälischen Adels: Feld 1 und 4: Westerholt.
  3. Sie stiftete 1723 die Sieben-Schmerzen-Kapelle
  4. Genealogische Webseite zum Paar
  5. Todesanzeige des Komponisten mit Nennung seiner Verwandten aus der Familie Westerholt


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analyse & kritik – Enzyklopädie

analyse & kritik
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Beschreibung politische Zeitung
Fachgebiet politische Bildung, soziale Bewegungen
Sprache Deutsch
Verlag a.k.i Verlag für analyse, kritik und information GmbH (Deutschland)
Erstausgabe 1992
Erscheinungsweise Monatlich
Verkaufte Auflage 4500 Exemplare
Herausgeber Verein für politische Bildung, Analyse und Kritik e. V.
Weblink www.akweb.de
ISSN
ZDB 1189993-1

Die Monatszeitung ak – analyse & kritik (ak) mit dem Untertitel Zeitung für linke Debatte und Praxis erscheint in Hamburg. Als Zeitung der Undogmatischen Linken ist Kooperationspartner von Linksnet mit mehr als 600 Ausgaben.

Sie ging 1992 aus der Zeitung Arbeiterkampf (AK) des Kommunistischen Bundes (KB) hervor, als nach der Auflösung des in zwei Strömungen gespaltenen KB die gemeinsame Weiterführung des AK durch beide Strömungen mit der Gründung der Zeitschrift Bahamas durch die Minderheitsströmung beendet wurde.

Die von der ehemaligen KB-Mehrheit herausgegebene neue ak verfolgte zunächst eine PDS-freundliche Orientierung. Ab Mitte der 1990er Jahre − einige frühere Angehörige der Redaktion übernahmen Positionen in der PDS und ihrem publizistischen Umfeld − erfolgte eine Verjüngung mit Personen ohne KB-Hintergrund.

Anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens[1] im Dezember 2011 erschien die Zeitung in einem grundlegenden Relaunch.

Herausgeber von ak ist heute der Verein für politische Bildung, Analyse und Kritik e. V. Die Auflage liegt bei 4500 Exemplaren,[2] davon rund 3000 im Abonnement.[3] Aufgrund einer Sommerpause erscheint sie elfmal im Jahr. Im November 2005 erschien die 500. Ausgabe der ak, am 16. Dezember 2014 die 600ste. Die aktuelle Seitenzahl beträgt 36, die Ausgabe vor der Sommerpause umfasst 40 Seiten. Der Redaktion gehören derzeit (Stand Oktober 2017) acht Personen an.

ak bezieht sich als pluralistisches Debattenorgan in erster Linie auf soziale Bewegungen. Im Sinne eines „interventionistischen“ Selbstverständnisses wird eine kritische Einflussnahme auf Parteipolitik (Die Linke) in den meisten Diskussionsbeiträgen befürwortet, jedoch stets ausgehend von einem institutionenkritischen Primat des Sozialen.

Zu den vom alten Arbeiterkampf übernommenen Traditionen gehört die internationale Berichterstattung. Hinzugekommen sind neue Themenbereiche wie Biopolitik.

  1. Tom Strohschneider: Der Arbeiterkampf geht weiter, Kollegen! In: Der Freitag, 23. November 2011.
  2. analyse & kritik Nr. 631, 17. Oktober 2017, S. 18.
  3. analyse & kritik Nr. 601, S. 12.


Schloss Westerholt – Enzyklopädie

Schloss Westerholt – Hauptgebäude

Schloss Westerholt – Nebengebäude

Das Schloss Westerholt ist ein Wasserschloss im Hertener Stadtteil Westerholt am Rande des Westerholter Waldes. Die von Gräften umschlossene Anlage ist bis heute der Stammsitz des Grafengeschlechts von Westerholt, das hier bereits 1193 erstmals urkundlich genannt wurde und sich später von „Westerholt zu Gysenberg“ nannte. Schloss Westerholt zählt mit Schloss Herten zu den bedeutendsten Schlossanlagen im einstigen Vest Recklinghausen.

Schon Mitte des 14. Jahrhunderts wurde an dieser Stelle eine wehrhafte Anlage erwähnt, doch von dieser alten Burg ist mit Ausnahme der Wassergräben nichts mehr erhalten. Im Zuge zahlreicher Um- und Neubauten büßte Westerholt seine Wehrhaftigkeit ein und präsentiert sich dem Besucher heute als ein im Stil des Klassizismus errichtetes Schloss des 19. Jahrhunderts. Sein Herrenhaus beherbergt ein Hotel, während die Nebengebäude als Restaurant und Café genutzt werden.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wessel von Westerholt (ca. 1300–nach 1378) übergab die damalige Burg Westerholt 1359 als sein freies Eigentum dem Kölner Erzbistum als Offenhaus und erhielt sie vom Erzbischof Wilhelm von Gennep als Lehen zurück. Bei der Lehnsauftragung wurde die Anlage als „fortalicium“ (Befestigungswerk) erwähnt und war wahrscheinlich schon einige Zeit zuvor errichtet worden.[1] Allerdings stand das damalige Burghaus nicht an der Stelle des späteren Hauptgebäudes, sondern entweder auf der mittleren der drei Schlossinseln oder – was wahrscheinlicher ist – im südlichen Teil der östlichen Schlossinsel.[1]

Sein Sohn Wessel von Westerholt († 1388) erbte die Burg. Er wurde als Hauptmann in der Dortmunder Fehde tödlich verletzt und vererbte den Besitz an seinen Sohn Johann von Westerholt, der kinderlos blieb. Zusammen mit Johann wurde der entfernte Verwandte Adolph von Westerholt mit der Burg und der dazugehörigen Burgsiedlung belehnt. Außerdem war Adolphs Bruder Reyner von Westerholt, Richter von Recklinghausen, Mitbesitzer der Güter. Die formale Belehnung ging 1417 auf den Sohn Reyners, Borchard von Westerholt, über. 1421 erfolgte die Teilung der Güter zwischen Borchard und Aleff, dem Sohn Adolphs, deren beider Familien auf der Burg lebten. Da Aleff jedoch keine legitimen Nachkommen hatte, veräußerte er mit der Zeit den größten Teil seines Anteils an seinen Cousin.

Weil Reyner von Westerholt, der älteste Sohn Borchards, noch zu Lebzeiten seiner zweiten Ehefrau und trotz eigener Kinder das Priesteramt wählte und somit auf das Recht seiner Erstgeburt verzichtete, wurde sein Bruder Bernhard Herr zu Westerholt, Erbvogt und Stammvater der nachfolgenden adligen Linien. Der Besitz ging an den nach seinem Schwiegervater benannten Sohn Hermann von Westerholt über. Dessen Sohn Bernhardt erbte die Burg Westerholt und gelangte durch Heirat auch in den Besitz der Herrschaft Lembeck. Seine Söhne Hermann und Bernhard III. teilten die Güter im Jahr 1556 unter sich auf: Hermann wurde Herr von Westerholt, während Bernhard die Lembeck’schen Güter erhielt.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf Wilhelm Ludwig ließ bis 1833 das heutige Herrenhaus errichten

1583 wurde die Burg während des Truchsessischen Krieges von Truppen Gebhards I. von Waldburg belagert und anschließend eingenommen. Doch bereits am 7. Mai 1584 wurde die Anlage an Truppen des Kurfürsten Ernst von Bayern zurückgegeben, und die von Westerholt konnten wieder über ihren Besitz verfügen. Jedoch hatte die Anlage unter der Belagerung und Besetzung arg zu leiden gehabt. Darüber hinaus ließ Ernst von Bayern nach der Rückgabe ihre Verteidigungswälle schleifen, sodass sich die Burg seit Ende des 16. Jahrhunderts in einem schlechten baulichen Zustand befand.

Die Besitzungen gingen auf Hermanns Sohn Berndt von Westerholt über, der 1592 im Rhein ertrank und sie somit seinem unmündigen Sohn Hermann Hektor hinterließ. Dieser verstarb kinderlos, sodass sie nun der Vetter Bernhard von Westerholt zu Wilbring erhielt. Die Westerholt’schen Güter waren zu diesem Zeitpunkt schon hoch verschuldet. Nach Bernhards Tod wurde der noch unmündige Sohn Nicolaus Vinzenz Burgbesitzer. Seine Vormünder verkauften das Anwesen 1643 an Nikolaus von Westerholt, einen Enkel Bernhards III. Formalistische Anrechte erwuchsen Nikolaus dadurch, dass sein Vater Johann von Westerholt, Herr zu Lembeck, die Witwe von Berndt von Westerholt geheiratet hatte und er somit Vormund von Hermann Hektor wurde. Als Vinzenz mündig wurde, kam es zu Auseinandersetzungen um die Besitzungen, bei denen er unterlag. Belagerungen und Brandschatzungen durch hessische Truppen in den Jahren 1650 und 1653 taten ihr Übriges, um die Gebäude weiter verwahrlosen zu lassen. Durch die Heirat von Nikolaus’ Erbtochter Anna Elisabeth mit Hermann Otto von Westerholt-Hackfort kam das Anwesen an die Hackforter Familienlinie. Da das sogenannte „Oberhaus“ der Burganlage nicht mehr bewohnbar war und im Jahr 1671 zudem ein Teil Vorburg abbrannte, begannen unter ihm umfassende Bauarbeiten an der Anlage. In der Zeit von 1675 bis 1678 ließ Hermann Otto zunächst neue Wirtschaftsgebäude errichten. Kurz vor 1707[1] folgte dann der Neubau eines sehr schlichten, zweistöckigen Gebäudes an der Westseite der Vorburginsel, das teils als Wohnhaus und teils als Scheune genutzt wurde. Das ungenutzte und marode alte Wohnhaus stürzte 1708 völlig ein.

Im Jahr 1724 kam Ferdinand Otto von Westerholt durch Heirat mit Maria Agnes von Ketteler unter anderem in den Besitz des Gutes Gysenberg. Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes legte er in einem Fideikommiss am 22. Februar 1726 fest, dass der gemeinsame Besitz fortan als ungeteiltes Erbe an den jeweils ältesten Nachkommen gehen und die Familie von diesem Zeitpunkt an den Namen „von Westerholt zu Gysenberg“ tragen sollte. Schloss Westerholt erbte anschließend Ferdinand Ottos Sohn Joseph Clemens August Maria von Westerholt-Gysenberg. Aus seiner Ehe mit Wilhelmine Franziska von der Recke ging als einziges Kind die Erbtochter Wilhelmine Friederike Franziska hervor. Durch ihre Heirat um das Jahr 1770[2] kam das Schloss an den Freiherrn Ludolph Friedrich Adolf von Boenen zu Berge. Er nahm gemäß einer Bedingung des Fideikommisses Wappen und Namen der Familie von Westerholt an und wurde 1790 von Kaiser Joseph II. in den Reichsgrafenstand erhoben. Obwohl er mit seiner Frau auf Schloss Berge im heutigen Gelsenkirchener Stadtteil Buer residierte, ließ er das Haupthaus des Anwesens umgestalten.

Nachdem die Gebäude im Februar 1830 durch ein Feuer stark beschädigt worden waren, ließ der Sohn Wilhelm Ludwig bis 1833 das heutige, klassizistische Herrenhaus mit zwei Geschossen errichten. Aus der gleichen Zeit stammt das sogenannte Vogelhaus auf der mittleren der drei Schlossinseln, das der Schlossherr bis 1835 für seine ornithologische Sammlung errichten ließ, um ein im Jahre 1717 erbautes Orangeriegebäude zu ersetzen. Die Entwürfe dazu lieferte der Essener Architekt Carl Wilhelm Theodor Freyse.[3] Einige bauliche Veränderungen, wie zum Beispiel der Giebel an der Ostseite des Gebäudes, kamen im Jahr 1904 unter Egon von und zu Westerholt und Gysenberg hinzu. Die an der Nordseite der Vorburginsel stehenden Nebengebäude, darunter das seinerzeit in die Schlossfreiheit führende Torgebäude, wurden zwischen 1867 und 1870[4] durch Neubauten ersetzt. Lediglich der Bau an der Nordost-Ecke, das „Bureau des Landrathes“ blieb erhalten.

Egon Reichsgraf von Westerholt-Gysenberg

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besitzungen wurden im weiteren Verlauf der Geschichte an die jeweiligen Söhne Otto und Johann sowie 1927 an dessen Enkel Egon Reichsgraf von Westerholt-Gysenberg vererbt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verwehrten die alliierten Besatzungsbehörden dem damaligen Schlossherrn Egon zunächst wegen des Vorwurfs, nationalsozialistisch belastet zu sein, die Verwaltung und Nutzung seines Besitzes. Das Herrenhaus und die unmittelbaren Nebengebäude des Schlosses wurden von den amerikanischen, später englischen, Besatzungstruppen als Unterkunft genutzt. Nach Rückgabe der Verfügungsgewalt verlegte der Schlossherr die Wohnung seiner Familie in das umgebaute Vogelhaus. Das derweil stark verwohnte Herrenhaus wurde anschließend noch eine Zeit lang als Berglehrlingswohnheim genutzt. Danach stand das Gebäude über Jahrzehnte leer.

1993 wurde das Schloss einer umfassenden Restaurierung unterzogen und einer neuen Nutzung zugeführt. Es beherbergt seitdem ein Hotel sowie Café-Restaurant. Ein großer Teil des einstigen Schlossparks wird durch einen Golfclub mit 75 Hektar[5] großen 18-Loch-Anlage genutzt, dessen Clubhaus in den einstigen Nebengebäuden zu finden ist. Heiratswillige haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich im Rittersaal trauen zu lassen.

Schlossanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühere kath. Pfarrkirche St. Martinus im Alten Dorf ist heute die Schlosskapelle

Schloss Westerholt ist eine weitläufige Anlage, bestehend aus drei von Osten nach Westen hintereinander liegenden Schlossinseln, die von einem großen englischen Landschaftsgarten eingeschlossen werden. Die Wassergräben der Anlage werden vom Holzbach gespeist.

Die westlichste der Inseln ist gänzlich von Rasen bedeckt, war früher aber der Standort des Nutzgartens[1]. Sie ist über eine gemauerte Bogenbrücke mit der östlich von ihr liegenden, mittleren Schlossinsel verbunden. Deren Südseite ist Standort des sogenannten Vogelhauses, einem zweigeschossigen unverputzten Ziegelbau mit Satteldach, der seit 1955 der gräflichen Familie als Wohnhaus dient. Ein Wappenstein über dem Eingang zeigt die Jahreszahl 1717 und stammt von einem nicht mehr existenten Orangeriegebäude, das dieses Haus seinerzeit ersetzte. Ihm liegt an der Nordseite ein moderner Neubau gegenüber, der die heutige Rentei beherbergt. Zwischen den beiden Gebäuden lassen symmetrisch angelegte Wege die Grundzüge des einstigen Barockgartens erkennen.

Die östlichste der drei Schlossinseln war früher Standort der Vorburg, beheimatet heute jedoch die eigentlichen Schlossgebäude. Das Haupthaus steht an der Westseite und ist ein Neubau des 19. Jahrhunderts. Der zweigeschossige Putzbau mit ziegelgedecktem Walmdach besitzt eine aufwändig gestaltete Schaufassade an der Ostseite. Sie besitzt einen dreiachsigen Mittelrisalit mit vier Pilastern korinthischer Ordnung und Kapitelle aus Naturstein. Es nimmt das dreitürigen Portal auf, zu dem eine Freitreppe hinaufführt. Der Risalit wird von einem Schmuckgiebel im Louis-quinze-Stil bekrönt. Dieser wurde erst im Jahr 1904 angebracht und ersetzte ein dreiachsiges Attikageschoss. Die beiden Geschosse des Gebäudes, dessen Westfront vollkommen schmucklos ist, werden durch ein kräftiges Konsolgesims architektonisch voneinander abgegrenzt. An der Nordwestecke des Herrenhauses steht ein Vierecksturm mit Kuppeldach, dessen Wetterfahne die Jahreszahl 1830 zeigt.

Die im rechten Winkel an den Westflügel anschließenden Backsteinbauten stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Lediglich ihr östlichster Teil, die sogenannte „alte Rentei“, stammt aus einer Zeit vor 1830.

Schlossumgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt neben dem Schloss liegt das Alte Dorf Westerholt, das seinerzeit zur Freiheit Westerholt gehörte. 58 nach historischem Vorbild restaurierte Fachwerkhäuser stehen dichtgedrängt in den engen Gassen rund um die Pfarrkirche St. Martini und laden zu einem Besuch mit mittelalterlichem Flair ein. Seit 1991 steht die Siedlung als kompletter Bereich unter Denkmalschutz.

Gleich neben dem Schloss Westerholt erstreckt sich mit dem Westerholter Wald das Naherholungsgebiet „Die Baut“.

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen. Band 2: Westfalen. Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 1969, S. 593–594.
  • Alexander Duncker: Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern. Berlin 1857–1859, (PDF; 200 KB).
  • Klaus Gorzny: Emscherschlösser. Burgen, Schlösser und Adelssitze im Emscher Landschaftspark. Piccolo, Marl 2001, ISBN 3-9801776-5-3, S. 79–81.
  • Cornelia Kneppe: Schloss Westerholt. In: Kai Niederhöfer (Red.): Burgen AufRuhr. Unterwegs zu 100 Burgen, Schlössern und Herrensitzen in der Ruhrregion. Klartext Verlag, Essen 2010, ISBN 978-3-8375-0234-3, S. 343–346.
  • August Kracht: Burgen und Schlösser im Sauerland, Siegerland und an der Ruhr. 1. Auflage. Knaur, München 1983, ISBN 3-426-04410-2, S. 302–307.
  • Albert Weskamp: Das alte Burghaus und das heutige Schloßgebäude. In: Vestischer Kalender. 8. Jg., Nr. 8, Buersche Druckerei, Buer 1929, ISSN 0938-8745, S. 58–59.
  • Albert Weskamp: Westerholt. In: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Landkreises Recklinghausen und der Stadtkreise Recklinghausen, Bottrop, Buer, Gladbeck und Osterfeld. Schöningh, Münster 1929, (Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Band 39), S. 459–469.
  1. abcd C. Kneppe: Schloss Westerholt, S. 344.
  2. Die Angaben schwanken zwischen 1769 und 1771.
  3. A. Kracht. Burgen und Schlösser im Sauerland, Siegerland und an der Ruhr, S. 306.
  4. C. Kneppe: Schloss Westerholt, S. 346.
  5. Website des Golfclubs Schloss Westerholt (Memento des Originals vom 21. April 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gc-westerholt.de, Zugriff am 14. März 2011.


Posse Cut – Enzyklopädie

Ein Posse Cut ist ein Hip-Hop-Track, an dem sich vier oder mehr Rapper nacheinander beteiligen.

Posse Cuts sind eine sehr frühe Form des Hip-Hop-Tracks: In seiner Frühzeit waren Rap-Stücke oft live vorgetragene Freestyles, bei denen ein Rapper einige meist improvisierte Zeilen rappte, bevor er das Mikrofon an seinen Nebenmann abgab, der darauf eingehen musste. Der Prozess setzte sich fort, bis die gesamte Gruppe (Posse) eine Chance hatte, ihre Skills zu zeigen. Auch als die Szene das Medium Schallplatte für sich eroberte, waren viele klassische Tracks der Frühzeit Posse Cuts, ein bekanntes Beispiel ist Afrika Bambaataa & the Soul Sonic Forces Zulu Nation Throwdown.

In den 1980er Jahren etablierte sich der Posse Cut, indem er Rappern die Möglichkeit gab, ihre Freunde oder Gruppe vorzustellen. Gegen Ende der 1980er und zu Beginn der 1990er Jahre etablierten sich „All Star“-Cuts, bei denen sich Bekannte zusammentaten, um einander Respekt vor den Fertigkeiten des jeweils anderen zu bezeugen, oder um einen Aufruf an die Szene zu veröffentlichen. Bekanntes Beispiel aus der Zeit für eine gegenseitige Respektbekundung ist The Symphony: Organisiert und produziert von Marley Marl, traten Masta Ace, Craig G, Kool G Rap und Big Daddy Kane auf diesem Titel in Erscheinung. KRS-Ones „Stop the Violence“-Bewegung brachte KRS-One, Stetsasonic, Kool Moe Dee, MC Lyte, Just Ice, Doug E. Fresh, Heavy D, Public Enemy und Ms. Melodie für den Titel Self Destruction zusammen.

Seit den 1990ern werden Posse Cuts zunehmend genutzt, um Nachwuchsrapper zu promoten und vorzustellen. Nas’ 1991er Auftritt auf Main Sources Live at the Barbeque brachte diesem Ruhm und schuf einen Hype, der sich bis zum Release seines Debütalbums Illmatic 1994 fortsetzte. Busta Rhymes war zwar zuvor schon bekannter als Nas, sein Auftritt auf A Tribe Called Quests Scenario hatte aber ähnliche Effekte.

Meister des Posse Cuts in den 1990ern war der Wu-Tang Clan. Mit neun Mitgliedern und zahlreichen befreundeten Künstlern bestand ein Großteil ihrer Tracks aus Posse Cuts, darunter ihre erfolgreiche Debütsingle Protect Ya Neck. Der kommerziell erfolgreichste Posse Cut der Rapgeschichte war das Sechs-Minuten-Stück Triumph von 1997.

Englisch:

  • 2Pac: Got My Mind Made Up featuring Method Man, Redman & Tha Dogg Pound (All Eyez on Me, 1996)
  • A Tribe Called Quest: Scenario featuring Leaders of the New School (The Low End Theory, 1991); Rock Rock Y’all featuring Mos Def, Jane Doe, Punchline & Wordsworth (The Love Movement, 1998)
  • Craig Mack: Flava in Ya Ear (Remix) featuring Biggie Smalls, Busta Rhymes, Rampage & LL Cool J
  • Dr. Dre: Some L.A. Niggaz featuring Defari, Xzibit, Knoc-Turn’al, Time Bomb, King Tee, & Kokane (Dr. Dre 2001, 1999)
  • Fat Joe: John Blaze featuring Raekwon, Big Punisher, Jadakiss & Nas (Don Cartagena, 1996)
  • Heavy D: A Buncha Niggas featuring Biggie Smalls, Busta Rhymes, Guru, Rob-O & Third Eye (Blue Funk)
  • Nas: Affirmative Action featuring Foxy Brown, Cormega & AZ (from It Was Written, 1996)
  • Sway & Tech: The Anthem featuring Chino XL, Eminem, Jayo Felony, Kool G Rap, KRS-One, Pharoahe Monch, RZA, TechN9ne, und Xzibit
  • The Roots: The Session (The Longest Posse Cut in History) featuring Shorty No Mas, Pazi Plant, Mr. Manifest, Lord Akil & A.J. Shine (Organix, 1993)
  • The West Coast Rap All-Stars: We’re All in the Same Gang featuring King Tee, Body & Soul, Def Jef, Michel’le, Tone Loc, Above the Law, Ice-T, Dr. Dre, MC Ren, J.J. Fad, Young MC, Digital Underground, Oaktown’s 3.4.7, MC Hammer, and Eazy-E.

Deutsch:

  • Fettes Brot: Nordisch by Nature featuring Der Tobi & das Bo, Gaze Matratze, Jan Delay, MK Cram, Mario von Hacht, Tabula Rasa & Fischmob (Auf einem Auge blöd, 1995);
  • Wildwechsel featuring Blumentopf, Maximillian, Spax, Der Tobi & Das Bo (Außen Top Hits, Innen Geschmack, 1996)
  • Taktloss: Keep it real featuring Justus, Sido, Rhymin Simon, Collins, B-Tight, Frauenarzt, King Orgasmus One, MC Basstard, Martin B, s-rock, Ronald Mack Donald, Jack Orson (BRP 4 LIfe, 2000)
  • Kool Savas: Der Beweis 2: Mammut RMX featuring Olli Banjo, Plan B, Maeckes, Caput, MoTrip, Ercandize, Kobra, Franky Kubrick, Sizzlac, Laas Unltd., Jifusi, Phreaky Flave, Amar, Germany, Favorite, Kaas, Vega (John Bello Story II, 2009)
  • Schwartz: Leichenteile featuring Blokkmonsta, Dr. Faustus, Dr. Jekyll, Perverz, Rako, Frauenarzt, King Orgasmus One, Basstard, Medizinmann, Mr. Charlie, Jasha, Vero, Kalif, Sebar, Helle, Satam, Can Kee, Zebbo Krüger, 4.9.0 Friedhof Chiller, 4.9.0 Straßenspieler, Tarek, Basti_DNP, Timi Hendrix, Kralle, Big Derill Mack, Major McFly & Casper (Hurensohn Holocaust Zero, 2010)
  • Casper: “Auf und davon (Megamonstermix)” featuring Prinz Pi, Montana Max, Felix von Kraftklub, Timi Hendrix, Maeckes, Bartek, Tua und Kaas von Die Orsons, Olson und Chakuza (Auf und davon – Single , 2011)
  • Sido: 30-11-80 featuring Smudo, Bushido, Moses Pelham, Eko Fresh, Tarek von K.I.Z., Olli Banjo, B-Tight, Lakmann One, Laas Unltd., Nazar, Manny Marc, Blut und Kasse, Erick Sermon, MoTrip, Bass Sultan Hengzt, Afrob, Dr. Renz von Fettes Brot (30-11-80, 2013)
  • Blokkmonsta: Blokkhaus Allstars featuring Ali As, Atillah 79, B-Lash, B-Tight, Capkekz, Crystal F, DCVDNS, Manny Marc, Dapharao, Greckoe, Helle, Herzog, Isar, Jasha, Jayson, Jope, Kontra K, Liquit Walker, Basstard, MC Bogy, O.G.P, Perverz, Prinz Pi, Rako, Rokko 81, Baba Saad, Schlafwandler, Schmaler Schatten, Schwartz, Serk, Sicc, Sinan-G, Skinny Al, Smoky, SpaceghostPurrp, Tamas, Toni der Assi, Uzi, Vero One, Vokalmatador (Blokkhaus, 2014)
  • Audio88 & Yassin: Normale Freunde featuring Hiob, Sylabil Spill, JAW, Mädness, Dexter, El Ray, Rufmord3000, Döll, DCVDNS, Grim104, Morlockk Dilemma, Megaloh & Betty Ford Boys (Normaler Samt, 2015)
  • Beginner (Jan Delay, Denyo, DJ Mad): Meine Posse feat. Samy Deluxe, Tropf & Meyerholz (Advanced Chemistry, 2016)

Hirschenkogel – Enzyklopädie

Der Hirschenkogel ist ein Berg an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark mit einer Höhe von 1340 m ü. A. direkt südlich über dem Semmering-Pass. Am Gipfel des Berges steht die Milleniumswarte und in unmittelbarer Nähe das Liechtensteinhaus, ein Bergrestaurant.

Das Schigebiet am Hirschenkogel ist ein traditionsreiches Wintersportgebiet, das heute unter der Marke Zau[:ber:]g (ugs. Zauberberg) vermarktet wird. Es weist 14 Pistenkilometer auf und ist durch zwei Liftanlagen erschlossen − eine fix geklemmte Vierer-Sesselbahn und eine Achter-Gondelbahn. Letztere ist die einzige Kabinenbahn Niederösterreichs.

Das Schigebiet erstreckt sich von der Passhöhe des Semmerings in 984 m Seehöhe bis zum Gipfel des Hirschenkogels in 1340 m Seehöhe und ist nach Norden exponiert. Eine Besonderheit ist die mit 1300 Lux stärkste Flutlichtanlage Europas, die für Schirennen errichtet wurde, aber auch Hobbysportlern zum Nachtschilauf zur Verfügung steht. Alle Pisten sind mit künstlichen Beschneiungsanlagen ausgestattet, was einen durchgehenden Schibetrieb von Dezember bis März gewährleistet.

Panorama-Piste
Ort: Semmering, OsterreichÖsterreich Österreich
Berg: Hirschenkogel
Riesenslalom
Start: 1350 m ü. A.
Ziel: 1025 m ü. A.
Höhenunterschied: 325 Meter
Slalom
Start: 1215 m ü. A.
Ziel: 1025 m ü. A.
Höhenunterschied: 190 Meter

Ende Dezember 1995 fanden am Hirschenkogel erstmals Rennen des Alpinen Skiweltcups statt. Auf dem Westhang wurden vor jeweils mehr als 10.000 Zusehern zwei Slaloms der Damen ausgetragen. In der Folgesaison kam es zu einer Neuauflage. Beginnend mit dem Winter 1997/98 wechselte sich Osttirols Hauptstadt Lienz mit dem Semmering als Veranstalter der kurz vor dem Jahreswechsel stattfindenden Damenrennen ab.

Seit 1998 werden am Hirschenkogel alle zwei Jahre je ein Riesenslalom und ein Flutlicht-Slalom auf der Panorama-Piste gefahren. Der Riesenslalom wird von einer Rampe gestartet, wodurch der Start höher als der Berggipfel liegt. Die Strecke führt teilweise über das Gebiet des Bundeslandes Steiermark, wo sich auch der Slalomstart befindet. Das Ziel liegt wieder auf niederösterreichischem Boden.

Die Rennen am Semmering zählen, begünstigt durch das große Einzugsgebiet Ostösterreichs, zu jenen mit dem größten Publikum im Alpinen Damen-Skiweltcup. Um dem Andrang gerecht zu werden, wird eine der beiden Fahrbahnen der Semmering Schnellstraße gesperrt und als Parkplatz benutzt.

Hirschenkogel während des Slaloms 2012

Panorama des Schigebiets am Hirschenkogel


HNK Šibenik – Enzyklopädie

HNK Šibenik
HNK Sibenik Logo.svg
Basisdaten
Name Hrvatski nogometni klub Šibenik
Sitz Šibenik
Gründung 1932
Präsident Goran Pauk
Website hnk-sibenik.hr
Erste Mannschaft
Cheftrainer Borimir Perković
Spielstätte Šubićevac
Plätze 8.000
Liga 2. HNL
2018/19 2. HNL, 2. Platz
relegetion/promotion play-off

HNK Šibenik ist ein kroatischer Fußballverein aus der Stadt Šibenik.

Der Fußballverein wurde 1932 unter dem Namen NK Šibenik gegründet und mit der Gründung der 1. HNL im Jahre 1992 in HNK Šibenik umbenannt. Als Gründungsmitglied der neuen Liga stieg der Verein trotz zweier letzter Plätze wegen der Umstände des Kroatienkrieges zunächst nicht ab. Erst 2003 erfolgte der Abstieg in die 2. HNL. Seit 2006 gehörte HNK Šibenik wieder der Eliteliga des Landes an. Der Verein erreichte in der Saison 2009/10 das Pokalfinale und verlor in zwei Spielen gegen HNK Hajduk Split. In der Saison 2011/12 erfolgte dann der Abstieg in die 2. kroatische Liga, nachdem man nur den 14. Platz erreichte und ein Jahr später musste Šibenik sogar zurück in die 3. HNL, da der Verein als Viertplatzierter keine Lizenz erhielt.

Heimstadion ist “Šubićevac”, benannt nach dem gleichnamigen Stadtteil. Es wurde wie das Stadion Poljud in Split 1979 für die Mittelmeerspiele errichtet und diente als Austragungsort des dazugehörigen Fußballturniers. Nach Vereinsangaben fasst es in etwa 10.000 Zuschauer.


Michelskopf – Enzyklopädie

Der Michelskopf nahe Oberkaufungen im hessischen Landkreis Kassel ist eine etwa 485 m ü. NHN[1] hohe Bergkuppe und Westausläufer des Bielsteins.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Michelskopf erhebt sich im Geo-Naturpark Frau-Holle-Land (Werratal.Meißner.Kaufunger Wald) im Stiftswald Kaufungen. Sein Gipfel liegt rund 2,7 km westsüdwestlich von Helsa, 3 km nordnordwestlich von dessen Ortsteil Eschenstruth und 3,5 km (jeweils Luftlinie) südöstlich von Oberkaufungen.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Michelskopf gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Osthessisches Bergland (35), in der Haupteinheit Fulda-Werra-Bergland (357) und in der Untereinheit Kaufunger Wald und Söhre (357.7) zum Naturraum Söhre (357.70).[2]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Nordwestflanke des Michelskopfs entspringt der Setzebach. Unterhalb des Gipfels liegen die Michelskopfseen, zwei direkt benachbarte Seen in ehemaligen Basaltsteinbrüchen, die bis etwa 100 m breit sind und zusammen rund 700 m Länge aufweisen. Überragt werden sie von etwa 8 bis 10 m hohen Basaltfelsen bzw. -mauern des ehemaligen Steinbruchs.

Zu erreichen ist der Michelskopf mit seinen abseitig gelegenen Stillgewässern, die ganzjährig angesteuertes Ausflugsziel sind, nur auf Wanderwegen zum Beispiel auf dem Eder-Gelster-Weg, der die Eder im Westen und die Gelster im Osten miteinander verbindet. Über zahlreiche Waldwege gelangen Wanderer, Jogger und Radfahrer zu den Seen, um zum Beispiel während einer Pause die Seenlandschaft zu genießen. In der warmen Jahreszeit wird der größere der beiden Seen oft als Badesee genutzt.

Etwa 600 m (Luftlinie) ostsüdöstlich des Michelskopfgipfels befindet sich am Bielstein das Naturdenkmal Bielstein-Kirche.

  1. ab Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Hans-Jürgen Klink: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 112 Kassel. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1969. → Online-Karte (PDF; 6,9 MB)

Chinchorro-Kultur – Enzyklopädie

Menschlicher Schädel mit Funeralhelm und Grabbeigaben der Chinchorro-Kultur, ca. 500 – 1000 n. Chr. (Anker Nielsen Museum in Chile)

Chinchorro ist der Name für einen südamerikanischen Kulturkomplex, dessen Träger ein Jäger- und Sammlervolk war. Die Chinchorros lebten im Norden Chiles und Süden Perus um die Wasserlöcher der Wüste Atacama, sowie an der Küste des Pazifiks und ernährten sich hauptsächlich vom Fischfang. Bekannt wurden sie durch ihre aufwendig präparierten Kindermumien, ansonsten weiß man wenig über sie.

Unklar ist der Wissenschaft geblieben, warum die einfach lebenden Nomaden ein so hochentwickeltes aufwändiges Totenritual praktizierten. Heute weiß man, dass im Norden Chiles eine natürliche hohe Konzentration von Arsen im Trinkwasser vorkommt. Die dadurch bedingte hohe Kindersterblichkeit hat möglicherweise zu den bizarren Praktiken geführt. Anfänglich wurden die Kinderleichen nur mit Lehm bedeckt und in der Sonne getrocknet, später entnahm man ihnen die Eingeweide, die Körper wurden mit Pflanzen gefüllt und verziert.

Die ersten Chinchorro-Mumien wurden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts in der Atacama-Wüste gefunden, weltweite Aufmerksamkeit erregten sie aber erst nach der Entdeckung von 96 Mumien zu Füßen eines Felsmassivs oberhalb der chilenischen Stadt Arica im Jahr 1983.[1] Bis 1995 wurden in der Atacama insgesamt 282 Chinchorro-Mumien aus Begräbnisstätten geborgen, von denen 149 künstlich mumifiziert wurden, während die übrigen 133 das Ergebnis natürlicher Mumifikation sind. Die älteste bekannte Chinchorro-Mumie ist der sogenannte Hombre de Acha (Acha-Mann), dessen Alter mithilfe der Radiokarbonmethode auf etwa 9.000 Jahre bestimmt wurde. Er wurde in der Acha-Schlucht am Stadtrand von Arica gefunden, in der Nähe eines Kochherdes inmitten von elf kreisrunden Steinfundamenten, welche die älteste dokumentierte Chinchorro-Siedlung bildeten. Die älteste künstliche Mumie – eine Kinderleiche aus dem Valle de Camarones – konnte auf ungefähr 5050 v. Chr. datiert werden. In den folgenden 3500 Jahren bildeten sich verschiedene Mumienstile heraus, bis die Praxis der Mumifizierung unter den Chinchorro etwa um 1500 v. Chr. zum Erliegen kam.[2]

Der Name „Chinchorro“ leitet sich von einem Strandabschnitt her, an dem man in den 1960er Jahren Mumien dieser Kultur gefunden hatte. Nach einer anderen Erklärung, die hierzu keinen Widerspruch darstellen muss, leitet sich der Name von einer Bezeichnung für Fischerboote her.[3]

  1. Charles C. Mann: 1491: New Revelations of the Americas Before Columbus. 2. Auflage. Vintage Books, New York 2011, S. 204.
  2. Bernardo Arriaza: Chile’s Chinchorro Mummies. In: National Geographic. Band 187, Nr. 3, März 1995.
  3. Chinchorro Culture, archaeology.about.com, aufgerufen am 11. März 2015 und Chile’s Chinchorro Mummies, National Geographic Online, veröffentlicht im März 1995
  • Abenteuer Archäologie. Kulturen, Menschen, Monumente. Spektrum der Wissenschaft Verl.-Ges., Heidelberg 2006, 1, S. 9. ISSN 1612-9954
  • Atacama-Wüste: Die rätselhafte Wandlung der Kindermumien, Der Spiegel Online, vom 11. März 2015
  • Nuria Sanz, Bernardo T. Arriaza, Vivien G. Standen (Hrsg.): The Chinchorro culture. A comparative perspective, the archaeology of the earliest human mummification, UNESCO, Paris 2014.